Zwar hatte es die italienische »Gazzetta dello Sport« im Juli kurz vermeldet, doch außerhalb Italiens blieb die Verpflichtung von Éric Bédard als dortiger Nationaltrainer nahezu unbemerkt. »Maos Heatbox« stellt ein paar Hintergründe zusammen zum Wechsel des Kanadiers, der bis zum Frühjahr Bundestrainer in Deutschland gewesen war. Dabei wird offenbar: Heimweh hat eine große Rolle gespielt − ein Wort, das Eric in einem Gespräch mit dem Autor im Juli dieses Jahres (also als bereits fortgeschrittener Deutschlerner) noch nicht kannte. Das Gefühl aber sehr wohl.
Auch kanadische Medien berichten erst jetzt über die neue Aufgabe ihres prominenten Landsmanns. Der Zeitung »Le Nouvelliste« (Trois-Rivières) sagte Bédard: »Nach zwei Jahren in Deutschland wollte ich nicht mehr das ganze Jahr in Europa leben, ich wollte auch in Quebec sein, vor allem im Sommer.« Er wäre gern in Deutschland geblieben, aber dort habe man einen Ganzjahres-Trainer gewollt, an diesem Alles-oder-nichts sei die weitere Zusammenarbeit gescheitert. »Wir sind aber nicht im Bösen auseinandergegangen. Ich habe nach wie vor viel Kontakt zu Sportlern, zu Leuten in Dresden und auch im Verband.« In seiner Zeit in Deutschland habe er einiges bewegen können, das sei auch im Ausland bemerkt worden und habe ihm viele Türen geöffnet.
Éric Bédard hatte nach eigenen Angaben sechs Angebote, über die er ernsthaft nachgedacht hat. »Es war ein richtiges Puzzle für mich.« Wäre er mit den Italienern nicht einig geworden war, wäre er Shorttrack-Programmkoordinator der Provinz Quebec geworden, sein Schreibtisch war praktisch schon eingerichtet …
Sein Vertrag in Italien gilt zunächst für ein Jahr mit der Option auf Verlängerung bis zu den Olympischen Spielen in Sotschi. In der Saison 2010/11 wird er vertragsgemäß 18 Wochen in Italien sein. Die restliche Zeit ist er in Quebec und hilft auch dem regionalen Verband. »Ich bin aber praktisch per E-Mail oder Telefon 24 Stunden für die Italiener da.«
Nachdem Bédard bereits Mitte Juli bis Mitte August in Italien war, wird er die Squadra Azzurra beim zweiten Weltcup-Block (der in Kanada stattfindet) in Empfang nehmen und mit ihr nach Europa zurückkehren, um im November in Italien zu arbeiten. »Natürlich werde ich auch zum Weltcup-Finale nach Dresden kommen, darauf freue ich mich schon«, äußerte Bédard gegenüber »Maos Heatbox«. Den Trainer-Trubel um das italienische Team (siehe »Shorttrack-Chaos in Italien − und Éric Bédard mittendrin«) will er nicht so hoch anhängen. »Eine Katastrophe ist das jedenfalls nicht. Für mich persönlich war die Zeit nach Olympia eine Katastrophe«, meint er mit Blick auf die schwierigen und am Ende erfolglosen Vertragsverhandlungen mit der DESG. »Die Deutschen waren eine mittelmäßige Mannschaft, und wir haben es dann geschafft, doch einige Ausrufezeichen zu setzen. Die Italiener sind bereits eine starke Mannschaft, besonders die Frauen, und ich bin optimistisch, dass sie noch besser werden.«
Beiträge über Éric Bédard auf »Maos Heatbox«
Kanadische Medien (in Französisch): Le Nouvelliste | Radio Canada | RDS (TV)
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