Der dreimalige Shorttrack-Olympiasieger Ahn Hyun-Soo aus Südkorea will 2014 in Sotschi für Russland an den Start gehen. Wie die Zeitung »Sowjetskij Sport« berichtet, ist das Einbürgerungsverfahren bereits im Gange. Bei den Winterspielen 2006 in Turin war Ahn mit dreimal Gold und einmal Bronze der überragende Läufer. Bereits vier Jahre zuvor in Salt Lake City galt Ahn als Mitfavorit, hatte aber zweimal Pech: Über 1000 Meter wurde er im Halbfinale disqualifiziert. Über 1500 Meter wurde er auf Medaillenkurs unverschuldet in jenen Massensturz verwickelt, der dem Australier Steven Bradbury das Tor zu seinem überraschenden Olympiasieg geöffnet hatte. Zwischen 2002 und 2007 war Ahn 18-mal Shorttrack-Weltmeister (darunter fünfmal hintereinander im Mehrkampf).
Eine schwere Knieverletzung zwang Ahn 2008 und 09 zu pausieren. Dann versuchte er vergeblich, sich für die Winterspiele 2010 zu qualifizieren. Vor und nach den Vancouver-Spielen hatte Ahn aus seiner Sicht zuwenig Unterstützung vom südkoreanischen Verbande, was seinen Entschluss förderte, nach Russland zu übersiedeln. Bereits seit Juli trainiert er mit der russischen Nationalmannschaft.
Nachdem er (den für Olympiasieger verkürzten) südkoreanischen Armeedienst abgeleistet hat, hofft er, dass der Wechsel der Staatsbürgerschaft reibungslos funktioniert. Nach den Regeln des Weltverbandes ISU würde er in diesem Fall für zwei Jahre für Wettkämpfe gesperrt, die Sperre wäre aber rechtzeitig vor Olympia abgelaufen. Ahn gegenüber der Zeitung Sowjetskij Sport: »Jetzt all meine Gedanken sind mit Russland verbunden. Ich möchte wirklich dauerhaft hierbleiben. Ich bin immer noch Single und kann vielleicht hier eine Familie gründen.«
Ein erfolgreiches Abschneiden bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi ist in Russland ein staatlich gefordertes und gefördertes Ziel. So wurde die nach Australien ausgewanderte Europameisterin von 2005, Tatjana Borodulina, nach Russland zurückgeholt, dazu einige junge südkoreanische Shorttrackerinnen eingebürgert. »Maos Heatbox« hat vor einem Jahr darüber berichtet: Russland holt Borodulina zurück – und importiert Koreaner






