Vertritt deutschen Shorttrack in Innsbruck: Elisabeth Witt

Elisabeth Witt

Erst sah es aus, als ob Deutschland bei den Shorttrack-Wettbewerben der Olympischen Winter-Jugendspiele in Innsbruck (13.-21. Januar)  gar nicht vertreten wäre. Dann ging alles ganz schnell: Nachrücker, Nominierung, Einkleidung − es war wohl das schönste Weihnachtsgeschenk für Elisabeth Witt. Maos Heatbox stellt das 15-jährige Sachsen-Talent vor.

Was sind Olympische Jugendspiele überhaupt?

Bevor es damit losgeht wollen wir aber nochmal kurz klären, um was für einen Wettkampf es sich überhaupt handelt. Die Olympischen Jugendspiele sind kleine Olympische Spiele für Teilnehmer zwischen 14 und 18 Jahren, wobei die genauen Jahrgänge je nach Sportart noch enger gefasst sein können (im Shorttrack sind es für 2012 die Jahrgänge 1996 und 97). Die Idee des Österreichers Johann Rosenzopf gefiel IOC-Präsident Jacques Rogge. Premiere waren die Sommerspiele 2010 in Singapur, Innsbruck 2012 sind die ersten Winterspiele.

Logo der Olympischen Winter-Jugendspiele

Logo YOG Innsbruck 2012; Quelle: Wikipedia

Nach IOC-Vorstellungen soll bei den Jugendspielen die Konkurrenz der Nationen in den Hintergrund geraten. So werden keine Hymnen gespielt oder Nationalflaggen gehisst. Mannschaftswettbewerbe finden teils mit ländergemischten Teams statt.  Stattdessen soll es ein völkerverbindendes Fest sein. Die Idee geht, wie die Praxis 2010 gezeigtbhat, aber nur teilweise auf. Viele Länder investieren viel in ein möglichst erfolgreiches Abschneiden, teils auch mit nicht altersgerechten Methoden und Leistungssport-Anforderungen.

Eine großes Fest mit unvergesslichen Eindrücken für die Teilnehmer ist es ohne Zweifel. Für Elisabeth Witt auch eine verdiente Anerkennung für ihre Leistungen.

Mehr über die Jugendspiele auf Maos Heatbox hier
vv

Alles mal probiert − und beim Shorttrack hängengeblieben

Glückwunsch zur Fahrkarte nach Innsbruck! Hast Du mit einer Nominierung gerechnet (bzw. gehofft)? Wann hast Du es dann erfahren?

Elisabeth Witt

Von der Nominierung für den Fall, dass Deutschland doch noch einen Startplatz bekommt, habe ich durch meine Trainerin Diana Scheibe im Sommer erfahren – gerechnet, das es dazu kommt, hatte ich aber nicht. Von der Teilnahme habe ich erst am 13. Dezember erfahren.

Wie bist Du als Freitalerin zum Shorttrack gekommen − oder ist deine Familie erst hingezogen?

Ich wohne schon immer in Freital, bin sozusagen eine geborene Freitalerin. Genau wie meine Trainingskameradin Maria Schulze. Freital liegt nicht weit von Dresden.

Auch damals schon ... (klick!)

Zum Shorttrack bin ich über Umwege gekommen. Probiert hab ich vieles, darunter Turnen, Wasserspringen, Leichtathletik, Judo. Am längsten war ich Wasserspringerin, fünf Jahre. Hier entstand auch der Wunsch, die Sportschule zu besuchen. In der 4. Klasse musste ich mich für ein Gymnasium entscheiden und bin zum Aufnahmetest ans Sportgymnasium gegangen. Dort hat mich mein alter Turmsprungtrainer erkannt und Frau Gärtner (meine jetzige Profillehrerin) auf mich aufmerksam gemacht. Sie hat mich eingeladen, mal beim Shorttrack vorbeizuschauen. So stand ich erst mit 10 Jahren erstmals auf Schlittschuhen! Ich fand es aber gut und bin seitdem im EV Dresden dabei.

Welche Trainer hattest Du bisher?

Am Anfang war Herr Schindler mein Trainer und jetzt trainiere ich bei Diana Scheibe.

Kommst Du aus einer sportbegeisterten Familie?

Mein Papa war Judoka − und ist es auch noch. Mein Bruder trainiert auch Judo. Und ich selbst habe es in meiner Judozeit immerhin auch bis zum 6. Kyu gebracht. :)

Was außer Shorttrack machst Du in deiner Freizeit?

Ich male gern Aquarellbilder, lese viel, gehe ins Kino, treffe mich mit meinen Freunden. Und ich beschäftige mich mit gern meinem Hund Madox.

Elisabeth Witt

Auf welche (bisherige) sportliche Leistung bist Du besonders stolz?

Besonders stolz bin ich auf den Deutschen Meistertitel im Mehrkampf in der letzten Saison. Und dass ich mich für das Europacupfinale qualifizieren konnte. Ein ganz schönes Erlebnis war für mich auch der zweite Platz über 1500 Meter beim Starclass-Rennen in Leeuwarden.

Welche anderen Shorttracker beeindrucken Dich besonders?

Ich finde Julia Riedel und Bianca Walter ganz toll und sehr nett. International bin ich ein Fan von Elise Christie, da sie noch so jung ist und schon so große Erfolge einfahren konnte.

Warum gerade Shorttrack? Was gefällt Dir daran?

Ich finde die Action beim Shorttrack gut, also der direkte Kampf Frau gegen Frau. Und dass es auch immer wieder totale Überraschungen in einem Lauf geben kann, durch Stürze oder Disqualifikationen.

Was sind nach eigener Einschätzung Deine Stärken und Schwächen?

Ich bin offen, hilfsbereit und kann ziemlich stur sein. Das letzte ist wohl beides − Stärke und Schwäche. Und ich bin recht ungeduldig.

Hast Du schon irgendwelche Vorstellungen, was Dich in Innsbruck erwartet und wie Du abschneiden möchtest?

Ich habe schon persönliche Ziele, besonders auf der langen Strecke. Auf jeden Fall möchte ich die deutschen Farben gut vertreten.


Danke an Elisbeth für die geduldige Beantwortung der Fragen − und viel Erfolg und Spaß in Innsbruck! Größere Ansichten von den Bildern gibt es wie (fast) immer nach einem Klick aufs Bild. 2012YOG

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 40 other followers