Vorschau: EM 2012 in Mladá Boleslav

Von Freitag bis Sonntag werden im tschechischen Mladá Boleslav (Jungbunzlau) Europameister im Mehrkampf und Staffellauf ermittelt. Mit 26 Nationen sind so viele dabei wie bisher noch nie. Die deutschen Läufer wollen auf jeden Fall ihr Vorjahresergebnis von Heerenveen verbessern, als sie die Staffel-Medaillen verpassten und im Mehrkampf niemanden unter die Top-Ten brachten. Hier die ausführliche EM-Vorschau von Maos Heatbox. 2012EM


Die deutschen Starter und ihre Hoffnungen

Männer, Mehrkampf: Paul Herrmann, Robert Seifert. Staffel: Herrmann, Seifert, Torsten Kröger, Robert Becker, Daniel Zetzsche. Frauen, Mehrkampf: Bianca Walter,Christin Priebst. Staffel: Walter, Priebst, Julia Riedel, Elisa Lenke (Reserve auf Abruf: Efi Papakonstanti).

Christin Priebst

Die deutschen Läufer wollen auf jeden Fall ihr EM-Ergebnis von 2011 in Heerenveen verbessern. Vor einem Jahr hatten beide DESG-Staffeln das Podest verpasst (jeweils Vierte), im Mehrkampf war keiner in die Top-Ten gekommen. Beste Einzelplatzierungen waren Platz 11 für Paul Herrmann und Platz 12 für Christin Priebst.

Mindestens eine Staffelmedaille ist in diesem Jahr das Ziel, im Mehrkampf sollte es ein Platz unter den ersten acht sein,was drei Einzelstartplätze für 2013 bedeuten würde. Vielleicht ist auch noch mehr drin.

EM 2010: Gold für Deutschland

Allerdings ist das Training von Bundestrainer Michael Kooreman  nicht speziell auf die EM ausgerichtet, sondern auf die WM als Saisonhöhepunkt. Das geht aber anderen europäischen Ländern, die um den Anschluss zur Weltspitze kämpfen, ebenso. Hingegen ist Mladá Boleslav für eher kleine Shorttrack-Nationen, aus denen Einzelläufer durchaus vorn mitlaufen können.


Die europäische Konkurrenz

Arianna Fontana

Titelverteidiger sind im Mehrkampf die Italienerin Arianna Fontana und der Franzose Thibaut Fauconnet (dessen umstrittene Dopingsperre vorerst aufgehoben ist). Bei den Staffeln hatten im Vorjahr sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern die Niederlande triumphiert.

In diesem Jahr laufen neun Frauen- und zwölf Männerstaffeln um Sieg und Plätze. Im Weltcup haben außer den Holländern bei den Frauen Italien (Sieg in Nagoya), Russland (Dritter in Kearns) und Ungarn (Finalist in Chicoutimi) auf sich aufmerksam gemacht, bei den Männern Russland (zweimal Zweier) und Großbritannien (Zweiter in Kearns).

S. Knegt, P. Herrmann

Aufälligste Europäer im diesjährigen Weltcup waren außer Fontana (fünf Weltcupsiege!) noch die Briten (Elise Christie, Jon Eley), Russen, Niederländer und Franzosen. Auch die Dresdner Paul Herrmann und Robert Seifert haben schon Finalteilnahmen zu Buche stehen. Die Hoffnungen der Gastgeber ruhen auf der Europameisterin von Dresden 2010, Kateřina Novotná, die aus Benátky nad Jizerou nur wenige Kilometer südlich von Mladá Boleslav stammt.

Noch nicht am Start ist der nach Russland eingebürgerte Südkoreaner (Wiktor) Ahn Hyun-Soo. Die Österreicherin Veronika Windisch, die mit zur Dresdner Trainingsgruppe von Bundestrainer Michael Kooreman gehört, plagt sich mit den Nachwirkungen eines Infekts (mehr dazu).


Zeitplan der Wettkämpfe

  • Freitag (27. Januar). 15 Uhr: Vorläufe über 1500 Meter. 16.30 Uhr: Eröffnungsfeier. 17 Uhr: Halbfinale und Finale 1500 Meter. Anschließend: Staffel-Vorläufe.
  • Sonnabend (28. Januar). 14.15 Uhr: Vor- und Zwischenläufe 500 Meter.17.10 Uhr: Halbfinale und Finale 500 Meter.Anschließend: Staffel-Halbfinals.
  • Sonntag (29. Januar).12 Uhr: Vor- und Zwischenläufe 1000 Meter.14.45 Uhr: Halbfinale und Finale 1000 Meter.Anschließend: 3000-m-Superfinale. Anschließend: Staffel-Endläufe.

Anmerkung: Offizielle Europameister werden nur im Mehrkampf und in den Staffelrennen (Frauen 3000 m, Männer 5000 m) gekürt. Es gibt aber auch eine Ehrung der Streckensieger, die ebenfalls Medaillen (allerdings kleinere) erhalten.

Grafik: Wikipedia Commons (GNU)Noch eine gute Nachricht: Voraussichtlich gibt’s was von den Europameisterschaften innerhalb der Fernsehsendungen Sportschau live im Ersten. Geplant sind: Sonnabend 14.18 Uhr (ca. 40 Minuten), Sonntag 15.50 Uhr (ca. 40 Minuten). Reporter ist Bodo Boeck.


Hier gibt’s weitere Informationen


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