EM 2012: Renn-Telegramme vom Freitag

Bei den Shorttrack-Europameisterschaften in Mladá Boleslav gewannen am Freitag Arianna Fontana (Italien) und Sjinkie Knegt (Niederlande) die erste Mehrkampfstrecke, die 1500 Meter. Beste Deutsche war Bianca Walter als Achte. Die deutschen Staffeln lösten die Tickets für das Halbfinale. 2012EM Hinweis: Da Maos Heatbox von dieser ersten Streckenentscheidung in Raten aktuell berichtet hat, steht der Anfang unten, das Aktuellste oben. Ganz unten nopch weiterführende Links


Staffel-Vorläufe: Beide Teams sicher weiter

Sowohl die deutschen Frauen als auch die Männer sind ohne große Probleme ins Halbfinale (am Sonnabend) eingezogen. Für die Damen war die Aufgabe überschaubar: Da sich 9 Länder dem EM-Rennen stellen, braucht nach drei Dreierläufen nur der langsamste Dritte auszuscheiden. »Ein Spaßlauf ist es trotzdem nicht«, sagte Christin Priebst, »wir sind erst einmal in dieser Besetzung gelaufen und brauchen das Rennen zur Abstimmung.« Dies gelang in der Besetzung Julia Riedel, Bianca Walter, Elisa Lenke, Christin Priebst recht gut, inklusive eines schönen Überholmanövers (Russland) und einer Siegzeit, die dem Team eine lösbare Halbfinalaufgabe bescherte. Gegen Italien, Polen und die Ukraine sollte mindestens Platz zwei und damit der Endlauf drin sein.

Deutsche Männerstaffel

Die Männer hatten es im Vorlauf mit Frankreich, Bulgarien und Gastgeber Tschechien zu tun. Bundestrainer MichaelKooreman ließ Robert seifert auf der Bank, um Körner für die 500 Meter zu sparen. In der Besetzung Daniel Zetzsche, Paul Herrmann, Torsten Kröger, Robert Becker lösten die Deutschen die Aufgabe als Zweiter knapp hinter Frankreich souverän. Die Franzosen werden sie im Halbfinale wiedertreffen, außerdem Großbritannien und die Ukraine. Nach der Papierform gibt es drei heiße Anwärter auf zwei Finalplätze.

Julia Riedel und Daniel Zetzsche waren sich hinsichtlich der beiden Staffelteams einig: Bei den Wechseln gibt es noch Optimierungspotential. Die Überraschung der Vorläufe war das Ausscheiden der Italiener nach zwei Stürzen. Nach dem ersten und einer dreiviertel Runde Rückstand liefen sie wieder an Belgien ran, der zweite ließ ihnen keine Chance mehr.


Endläufe: Triumph für  Fontana und Knegt

Arianna Fontana

Mehrkampf-Titelverteidigerin Arianna Fontana (Italien) und der Vorjahres-Dritte Sjinkie Knegt (Niederlande) entschieden zum Auftakt der Shorttrack-Europameisterschaften in Mladá Boleslav (Tschechien) die Auftaktstrecke 1500 Meter für sich. Fontana setzte sich auf der ersten Mehrkampfdistanz vor Jorien ter Moers (Niederlande) und Martina Valcepina (Italien) durch. Lokalmatadorin Kateřina Novotná, die aus einem Vorort von Mladá Boleslav stammt und 2010 in Dresden Europameisterin war, stürzte im Endlauf. Bei den Männern gewann Knegt in einem schnellen Rennen vor dem Russen Semjon Jelistratow sowie Niels Kerstholt (Niederlande).


Halbfinale: Christin Priebst ausgebremst

Die Endläufe über 1500 Meter finden ohne deutsche Beteiligung statt. Während die Halbfinals für die Sprintspezialisten Bianca Walter und Robert Seifert hinten heraus die erwartet schwere und nicht lösbare Nuss wurden, verkaufte sich ChristinPriebst teuer. Als sie zwischenzeiolich Position drei erobern wollte, bekam sie einen Check von der Italienerin Cecilai Maffei und verlor entscheidend an Geschwindigkeit.

Christin Priebst

»Es war mehr drin, ich bin wohl auch taktisch nicht so schlecht gelaufen, aber es hat nicht sollen sein«, meinte Priebst.

Und ihr Dresdner Klubkollege Robert Seifert, der wie schon in der ersten Runde auch im Halbfinale das schnellste Rennen erwischte, sagte: »Als Sprinter habe ich es gegen Ausdauerasse immer schwer. Ich nehme das daher nicht tragisch. Ich hoffe, morgen ist mein Tag. Da will ich ins Finale. Mindestens.«


Eröffnungsfeier: Ein Mädchen fehlt − und eine Fahne

Vor den Halbfinalrennen gab’s eine kleine Eröffnungsfeier. Die Fahnen wurden von jungen Eiskunstläuferinnen hereingetragen, nur ein Mädchen kam mit leeren Händen. Offenbar ist Dänemark so ein exotisches Land, dass keine zweite Fahne aufzutreiben gewesen ist (die erste größere hing ordnungsgemäß von der Decke). Oder die Olsenbande hatte ihre Hände im Spiel − ein Fall für Inspektor Mortensen!

Nachdem 25 Mädchen auf dem Eis standen und nur noch die Fahne von Gastgeber Tschechien fehlte, kam − ein Junge. E ine Sonderbehandlung des Gastgebers sollte das sicher nicht sein, wahrscheinlich gibt es bei den einheimischen Eiskunstläufern nur einen Jungen, jedenfalls war er auch beim anschließenden Schautanz der »Hahn im Korb«. Naja, in einer Pucknation wie Tschechien spielen Jungs ja normalerweise Eishockey.


Vorläufe: DESG-Trio weiter, Herrmann ausgeschieden

Die Überraschung der Vorläufe war eine aus deutscher Sicht unangenehme: Für Paul Herrmann war ausgerechnet auf seiner Spezialstrecke 1500 Meter (im Weltcup zweimal im Endlauf, bestplatzierter Europäer) in der ersten Runde Endstation. Er musste sich nicht nur Yuri Confortola (Italien), sondern auch den überraschend starken ukrainestämmigen Israeli Vladislav Bykanov geschlagen geben. »Total außer Form«, war der zerknirschte Kommentar des Dresdners. Der Rennverlauf war aber auch taktisch nicht überzeugend. Die anderen drei Deutschen absolvierten ihre Erstrundenaufgaben souverän und lösten ihre Fahrkarte fürs Halbfinale; Robert Seifert als Vorlaufsieger, Christin Priebst und Bianca Walter jeweils als Zweite.


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