Am Ende der Shorttrack-EM in Mladá Boleslav gab es zumindest ein kleines Happyend: Für die deutschen Männer gab es EM-Staffel-Bronze, das die Frauen zuvor unglücklich verpasst hatten. In den beiden packenden Endläufen setzten sich − wie im Vorjahr − jeweils die Niederländer durch, im Fall der Frauen sogar in einem packenden Fotofinish (hier im Bild).
Ein solches Fotofinish hätten die deutschen Männer auch gern gehabt, doch es blieben ihnen verwehrt, selbst in die Entscheidung einzugreifen. Nachdem sie rund 30 Runden geführt hatten, entwickelten sich packende Positionskämpfe mit sich ständig ändernder Reihenfolge. Wenige Runden vor Schluss dann die Schrecksekunde: Robert Becker stürzt, Deutschland war aus dem Medaillenkampf. »Ich hatte den besseren Wechsel, aber der Brite hat mich noch am Arm erwischt und geschoben, da konnte ich mich nicht mehr auf den Kufen halten««, meinte Becker.
Dass Großbritannien folgerichtig disqualifiziert wurde und Deutschland auf den Bronzeplatz rückte, war für Paul Herrmann nur ein Trostpflaster. »Klar, eine Medaille ist besser als keine Medaille«, sagt der Dresdner, »aber ich glaube, für uns war heute eine andere Farbe möglich.«
Am Sonnabend und Sonntag hatte Herrmann im Staffel-Halbfinale und bei seinen Einzelauftritten gezeigt, dass die Gegner seine Antritten mit Recht fürchten. »Ich bin aber überzeugt, dass ich noch ein paar Reserven hab!«
Zur deutschen Bronzemannschaft hinter den Niederlanden und Russland gehörten außer Becker und Herrmann noch Robert Seifert, Daniel Zetzsche (alle EV Dresden) und Torsten Kröger (Turbine Rostock). Warum fünf? Zetzsche hatte im Vorlauf den Einzug ins Halbfinale mit erkämpft und bekommt ebenfalls die Medaille.
Zetzsche hatte sich beim Deutschland-Cup für die EM qualifiziert; dabei neben anderen Christoph Milz (Oberstdorf) und Hannes Kröger (Rostock) hinter sich gelassen.
Zuvor hatten auch die DESG-Frauen im Finale gestanden. Sie hielten das Rennen bis in die letzten Rennen offen, als sie ein Wechselmissgeschick mit folgendem Strauchler zurückwarf. So blieb für das rein Dresdner Quartett mit Christin Priebst, Julia Riedel, Elisa Lenke und Bianca Walter zwar nur Platz vier, aber auch die Gewissheit, dass die anderen europäischen Nationen nicht so weit weg sind. Jetzt wollen sie sich im Weltcup in Moskau beweisen. Zu gleichen Zeit nimmt Efi Papakonstanti (Oberstdorf) in Dresden noch einmal Anlauf, Bundestrainer Michael Kooremans Nominierungs-Normzeit im 9-Runden-Zeitlauf (96 Sekunden) zu knacken. »Ich drücke ihr die Daumen. Dann wäre sie beim Weltcupfinale in Dordrecht mit dabei«, meint Kooreman.
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